
TML: Tramadol
Tramadol ist ein Schmerzmittel, das eine Sonderstellung einnimmt: Es ist ein schwaches Opioid, wirkt aber zusätzlich auf das Serotonin- und Noradrenalin-System im Gehirn, ähnlich wie manche Antidepressiva. Sie kennen es unter Namen wie Tramal® oder als Generikum. Lange Zeit galt Tramadol als «sicheres» Opioid mit geringem Missbrauchsrisiko. Inzwischen wissen wir: Das stimmt nicht ganz. Tramadol kann durchaus abhängig machen, und es gibt Menschen, die es in hohen Dosen missbrauchen, weil es in höheren Dosen eine euphorisierende Wirkung hat. Tramadolhaltige Arzneimittel sind in der Schweiz verschreibungspflichtig.
Besondere Risiken: Tramadol kann Krampfanfälle auslösen, besonders bei hohen Dosen oder bei Menschen mit Epilepsie. In Kombination mit anderen serotonergen Medikamenten (viele Antidepressiva) steigt das Risiko eines lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms; selten kann dieses auch unter Tramadol allein auftreten (Überhitzung, Verwirrtheit, Muskelzuckungen).
In Ihrer Praxis sollten Sie bei positivem Tramadol-Test prüfen: Liegt eine Verschreibung vor? Welche anderen Medikamente nimmt der Patient? Die Kombination mit der Substitution und mit Antidepressiva erfordert besondere Aufmerksamkeit.