
KRA: Kratom
Kratom wird in Südostasien traditionell genutzt und ist auch auf europäischen Substanzmärkten anzutreffen. Es handelt sich um die Blätter eines tropischen Baumes, die gekaut, als Tee getrunken oder in Kapselform eingenommen werden. Die Wirkung ist dosisabhängig und besonders: Bei geringeren Mengen wird eher eine anregende, bei höheren Mengen eine sedierende und opioidähnliche Wirkung beschrieben. Stärke und Zusammensetzung der Produkte können stark schwanken. Genau diese opioidähnliche Wirkung ist der Grund, warum manche Menschen Kratom nutzen, entweder zur Selbstbehandlung von Schmerzen oder sogar, um Opioidentzugssymptome zu lindern. Allerdings ist Kratom keineswegs harmlos: Es kann körperlich und psychisch abhängig machen, und der Entzug ähnelt einem Opioidentzug mit Schwitzen, Unruhe und Schmerzen.
In Ihrer Praxis könnte Kratom bei Patienten auftauchen, die versuchen, ihren Opioidkonsum selbst in den Griff zu bekommen, oder die zusätzliche Schmerzmittel suchen. In der Schweiz sind die Kratom-Wirkstoffe Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin als kontrollierte Substanzen im Verzeichnis a der BetmVV-EDI aufgeführt.
Wichtig für Sie: Bei regelmäßigem Kratomkonsum kann es zu Wechselwirkungen mit der Substitution kommen, deshalb sollte der Arzt informiert werden.