
KET: Ketamin
Ketamin ist ein Narkosemittel, das in der Medizin seit Jahrzehnten verwendet wird, vor allem in der Notfallmedizin und bei Kindern. Bei schweren, therapieresistenten Depressionen kommen je nach Präparat und Indikation Ketamin oder Esketamin unter spezialisierten Bedingungen zum Einsatz. Als Partydroge («Special K», «Ket») wird Ketamin wegen seiner bewusstseinsverändernden Wirkung missbraucht. Es erzeugt ein Gefühl, als ob Körper und Geist getrennt wären (Dissoziation), verändert die Wahrnehmung stark und kann zu halluzinogenen Erfahrungen führen. Bei hohen Dosen kann es zum sogenannten «K-Hole» kommen, einem Zustand tiefgreifender Dissoziation mit stark eingeschränkter Bewegungsfähigkeit und intensiven inneren Erlebnissen. Die Risiken bei Langzeitkonsum sind erheblich: schwere Blasenschäden (bis hin zur Notwendigkeit, die Blase zu entfernen), Nierenschäden, Gedächtnisprobleme und psychische Abhängigkeit.
In Ihrer Praxis kann Ketamin beispielsweise als Beikonsum im Partysetting vorkommen. Auch medizinische Anwendungen sind zu berücksichtigen. Ein positiver Test sollte Anlass für ein Gespräch über die Risiken sein.