
THC: Cannabinoide/THC
THC (Tetrahydrocannabinol) ist der Hauptwirkstoff in Cannabis, also in Marihuana (den getrockneten Blüten) und Haschisch (dem gepressten Harz). Cannabis ist eine häufig konsumierte psychoaktive Substanz und kann deshalb auch in Ihrer Praxis eine Rolle spielen. Die Wirkung ist individuell sehr unterschiedlich: Manche werden entspannt und kichern viel, andere werden müde oder auch ängstlich und paranoid. Cannabis verändert die Wahrnehmung, kann Appetit und Zeitgefühl beeinflussen und bei höheren Dosen zu Halluzinationen führen. Cannabisarzneimittel werden je nach ärztlicher Beurteilung beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit eingesetzt. In der Schweiz ist dafür keine Ausnahmebewilligung des BAG mehr erforderlich. Manche Patienten in der Substitutionsbehandlung nutzen Cannabis als eine Art «Selbstmedikation» gegen Anspannung oder Schlafprobleme. Regelmässiger Konsum kann abhängig machen, Aufmerksamkeit und Gedächtnis beeinträchtigen, die Therapie erschweren und bei anfälligen Menschen psychische Probleme begünstigen.
Wichtig für Sie: Im Urin wird üblicherweise vor allem das Abbauprodukt THC-COOH nachgewiesen. Ein positiver Urintest kann auf Tage bis Wochen zurückliegenden Konsum zurückgehen und belegt keine aktuelle Beeinträchtigung. Für Speichel gelten andere Nachweisbedingungen.