
PCM: Paracetamol
Paracetamol ist ein verbreitetes Schmerz- und Fiebermittel. In der Schweiz hängt die Abgabe unter anderem von Präparat, Stärke und Packung ab; nicht jede Form ist ohne Rezept erhältlich.
Warum testen wir in der Suchtmedizin darauf? Der Grund: Paracetamol ist zwar bei normaler Dosierung sehr sicher, aber bei Überdosierung extrem leberschädigend, und diese Schädigung verläuft oft tückisch. In den ersten Stunden nach einer Überdosis können Beschwerden gering sein oder fehlen; eine schwere Leberschädigung kann sich verzögert entwickeln. Ohne Behandlung kann es zu akutem Leberversagen und Tod kommen. Manche Patienten nehmen mehrere paracetamolhaltige Präparate gleichzeitig ein, ohne zu wissen, dass sie denselben Wirkstoff mehrfach einnehmen. Chronischer hoher Alkoholkonsum, Mangelernährung oder bestehende Lebererkrankungen können das Risiko beeinflussen; die individuelle Beurteilung ist entscheidend. Die gute Nachricht: Bei rechtzeitiger Erkennung kann mit einem Gegenmittel (N-Acetylcystein) die Leberschädigung oft verhindert werden.
Für Ihre Praxis wichtig: Ein qualitativer Urintest kann eine Vergiftung weder sicher erkennen noch ausschließen. Bei Verdacht sind eine sofortige medizinische Abklärung und eine zeitgerecht bestimmte Paracetamolkonzentration im Blut erforderlich; auf Symptome oder ein Schnelltestergebnis darf nicht gewartet werden.