
MOR/OPI : Morphin/Opiate
Morphin ist das «Ur-Opioid», es wird seit über 200 Jahren aus dem Schlafmohn gewonnen und ist noch heute eines der wichtigsten Schmerzmittel in der Medizin. Es wird unter anderem als Tablette oder als Injektion verwendet. Retardiertes orales Morphin kommt in der Schweiz auch in der Opioidagonistentherapie zum Einsatz.
Die Wirkung: starke Schmerzlinderung, Euphorie, Entspannung, Dämpfung von Angst und Atemnot. Genau diese Eigenschaften machen Morphin und andere Opiate so wertvoll in der Medizin, aber auch so gefährlich im Missbrauch. Morphin macht sowohl körperlich als auch psychisch stark abhängig. Bei plötzlichem Absetzen kommt es zu schweren Entzugssymptomen: Schwitzen, Frieren, Schmerzen, Unruhe, Erbrechen. Wichtig für Sie bei den Tests: Morphin kann aus verschiedenen Quellen stammen: aus einer verordneten Schmerz- oder Opioidagonistentherapie, aus Heroin (das im Körper zu Morphin abgebaut wird) oder sogar aus großen Mengen mohnsamenhaltiger Lebensmittel. Deshalb sollten Sie bei positivem Morphin-Test die verordnete Medikation berücksichtigen. Ein bestätigter 6-MAM-Nachweis spricht spezifisch für Heroin beziehungsweise Diacetylmorphin; in der Schweiz ist auch eine bewilligte Behandlung möglich. Ein negativer 6-MAM-Test schliesst eine Heroinaufnahme nicht aus. Der Morphin-Test allein belegt weder unerlaubten Beikonsum noch eine Weitergabe von Medikamenten.