
EDDP, Methadonmetabolit
Methadon kennen Sie als bewährtes Medikament in der Substitutionsbehandlung. Beim Abbau im Körper entsteht unter anderem EDDP, ein weitgehend pharmakologisch inaktives Abbauprodukt, das über den Urin ausgeschieden wird. Der EDDP-Test ergänzt deshalb den direkten Methadonnachweis um eine wichtige Information: Er liefert einen Hinweis darauf, dass Methadon im Körper verstoffwechselt wurde.
Warum ist das hilfreich? Die Ausscheidung von Methadon kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen. Deshalb ist es sinnvoll, bei unklaren Befunden auch den Metaboliten zu berücksichtigen. Die gemeinsame Betrachtung von Methadon und EDDP kann zudem helfen, Auffälligkeiten der Probe abzuklären, etwa den Verdacht, dass Methadon direkt in den Urin gegeben wurde.
Für Ihre Praxis bedeutet das: Ein positiver EDDP-Schnelltest spricht für eine vorausgegangene Methadonaufnahme, erlaubt aber keine Aussage über die eingenommene Dosis oder eine lückenlose Einnahme. Auch ein negatives Ergebnis beweist allein keine ausgelassene Einnahme. Einnahmezeitpunkt, Stoffwechsel, Urinverdünnung und Cut-off sind zu berücksichtigen; unerwartete Befunde sollten ärztlich und gegebenenfalls durch spezifische Laboranalytik abgeklärt werden.